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Umut fakirin ekmeğidir

Ostern ist die Zeit des Neubeginns, des Frühlings und vor allem der Hoffnung.


Wenns um Hoffnung geht, kenne ich im Deutschen das Sprichwort "Die Hoffnung stirbt zuletzt", das in erster Linie das Durchhaltevermögen anspricht.

Im Türkischen gibt es eine Redewendung, die ich seit meiner Kindheit kenne und die Hoffnung noch viel existenzieller beschreibt:

"Umut fakirin ekmeğidir."

Wörtlich übersetzt: "Die Hoffnung ist das Brot des Armen."

Für mich steckt in diesem Satz eine tiefe Wahrheit über das Menschsein, denn "Armut" meint hier mehr als 'nur' einen leeren Geldbeutel.

Die Redewendung bezieht sich auf Phasen, in denen sich der Mensch, zB nach Rückschlägen oder in Situationen, in denen der nächste Schritt noch unsichtbar scheint, innerlich erschöpft fühlt. Die Hoffnung wird hier quasi mit dem Grundnahrungsmittel Brot gleichgesetzt.

Ich habe ziemlich früh verstanden, dass Hoffnung nichts mit Träumerei zu tun hat! Für mich ist Hoffnung eine bewusste Entscheidung, die ich jeden Tag aufs Neue treffe.

Und ja, diese Entscheidung ist vielleicht sogar mit die wichtigste, die wir alle treffen können, denn auf vieles im Leben lässt sich verzichten aber auf Hoffnung nicht wirklich, denn sie hält unseren inneren Antrieb am Leben.

Da ich selbst kein Ostern feiere, ist mir der Grundgedanke hinter diesen Tagen umso wichtiger, nämlich dass Hoffnung etwas zutiefst Menschliches ist, das man teilen kann und zwar unabhängig davon, ob gerade Ostern, Bayram oder ein ganz gewöhnlicher Sonntag ist.

Wie das zB gehen kann?
Es reicht, jemandem zu zeigen 'Ich sehe dich, und ich glaube an das, was du in dir trägst und was vor dir liegt.'


Ich wünsche euch allen erholsame Feiertage und das tiefe Vertrauen, dass eure Hoffnung immer griffbereit und unerschöpflich ist.

Was ist für dich in schwierigen Zeiten dein "Brot" für die Seele?